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Expressversand Thüringer Motetten 1

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Artikelnummer: SK0036230-DE20250927-173602 Kategorie: Schlagwort:

Beschreibung

Als Max Seiffert 1915 in Band 49/50 der Denkmäler deutscher Tonkunst über 90 Motetten der Thüringer Motettenschule des frühen 18. Jahrhunderts veröffentlichte, schrieb er im Vorwort seiner Ausgabe ausdrücklich, daß sie ein Angebot für die Praxis bedeute:

» … kann darum eine Sammlung solcher Motetten … unsern … Kirchenchören zum Gebrauch angeboten werden«. Abgesehen von einigen, von Hugo Holle herausgegebenen Weihnachts-Motetten, ist von diesem Angebot nicht gerade viel Gebrauch gemacht worden. Zum Teil wird das daran gelegen haben, daß dieser Denkmäler-Band im ersten Weltkrieg erschien. Daß dann nach dem Kriege keine praktischen Ausgaben herauskamen, hängt wohl auch mit dem Aufbruch der Singbewegung zusammen: sie richtete ihr Musizierideal auf das typisch vokale Deklamationsprinzip aus, so daß die Motettenkunst des 17. Jahrhunderts, vor allem Heinrich Schütz, ihr Leitbild wurde.

Die Motetten der Liebholdt, Niedt, Topff und anderer Zeitgenossen sind aber mehr eine Vorstufe der vokal-instrumentalen Musizierweise, die dann durch Johann Sebastian Bach zur Vollendung geführt wurde. Nachdem inzwischen auch dieses Klangideal als gültig anerkannt worden ist, dürfte eine Auswahl entsprechender Motetten eine Erweiterung des Repertoiresbedeuten, zumal wenn sie einerseits auch den Chören Material bereitstellt, für die Bachs Motetten zu schwer sind, und andererseits von allen Chören als Vorschule auf den Bachschen Motettenstil gebraucht werden kann.